Andacht zu 4. Mose 6, 22-27
Enttarnung (Letzter Sonntag nach Epiphanias), Tag 7

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Lesung:

4. Mose 6,22-27

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:

  Der HERR segne dich und behüte dich;

  der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

  der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

 

Thema:

Viel mehr als ein frommer Wunsch

 

Auslegung:

Ein Gemeindeglied sagt: „Auch wenn ich von der Predigt nicht viel verstehe, -  wenigstens den Segen nehme ich mit heim.“

Hat der Segen etwas Magisches an sich? Nein, aber Segen ist etwas, was wir Menschen uns nicht selber schaffen können. Dass Segen „wirkt“, liegt  vielmehr daran, dass Gott in seine Schöpfung Leben und Wachsen hineingelegt hat und immer neu schenkt.

Der Segen, mit dem Aaron das Volk Israel segnen soll, drückt darüber hinaus auch noch ein Zugehörigkeitsverhältnis aus: „Ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen...“ sprich: Wenn das Volk vor Gott versammelt ist und gesegnet wird, dann bedeutet das auch, dass es Gottes Volk ist, und dass er es ist, der ihm Schutz, Wachstum,  Gedeihen  und Frieden gibt.

Wie geht es Ihnen, wenn sie in einem Gottesdienst den Segen bekommen, oder wenn Sie das Angebot einer Einzelsegnung wahrnehmen?

Auch heute bietet Gott Ihnen, immer wenn sie gesegnet werden, eine heile Beziehung zu sich an. Es ist so, als würde er seine Hand auf sie legen und sagen: „Ich tue dir so viel Gutes, vertraue mir doch ganz.“

 

Gebet:

Herr, ich danke dir für deinen Segen und dein Wohlwollen. Manchmal bin ich beschämt dadurch. Aber ich fühle mich immer wieder liebevoll berührt. Gib mir doch etwas von deiner Größe, dass auch ich anderen immer wieder mit einem offenen Herzen begegnen und sie segnen kann.

 

Impuls:

„Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.“ (Römer 12, 14)  Versuchen sie es heute. Das Beste, was ihnen passieren kann, ist doch, dass die Person, mit der sie Probleme haben, ein heiles Gottesverhältnis bekommt.

 

Ergebnis:

Wenn der Segen Gottes ausgesprochen wird, geht im Sinne des allgemeinen Schöpfungssegens eine Wirkung von ihm aus, gleichzeitig ist er auch Einladung, sich ganz in den Machtbereich Gottes zu begeben.

 

Hintergrundinformationen:

v         Der Papstsegen Urbi et orbi wird ausgesprochen über alle, auch die, die nicht an Gott glauben.

v         Freilich kann auch jemand gesegnet werden, der gar nicht weiter nach Gott und seinem Willen  fragt. Es ist dann ein Angebot, sich auf Gott, den Geber alles Guten einzulassen, und ganz in seinen Machtbereich einzutreten. Die ganze Fülle des Segens entfaltet sich aber erst, wenn ein Mensch ganz zu Gott gehört und seinen Willen akzeptiert.
Etwas, was im Gegensatz zum Willen Gottes steht, kann nicht gesegnet werden, sonst würde Gott sich selbst widersprechen.

 

 

Autorin dieser Andacht: Adelheid Augustin