Andacht zu Matthäus 22,23-33
Ein Fall für Zwei (20. Sonntag nach Trinitatis), Tag 7


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Lesung:

Matthäus 22,23-33

An demselben Tage traten die Sadduzäer zu ihm, die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: »Wenn einer stirbt und hat keine Kinder, so soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.« Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder; desgleichen der zweite und der dritte bis zum siebenten. Zuletzt nach allen starb die Frau. Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein von diesen sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes. Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel. Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht: »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Und als das Volk das hörte, entsetzten sie sich über seine Lehre.

 

Thema:

Zu wem gehört die Frau in der Ewigkeit?

 

Auslegung:

Viele stellen sich die Ewigkeit als einfache Fortsetzung des irdischen Lebens vor. Nur viel besser wird es sein, ohne Leid, Krankheit und Probleme. Die Sadduzäer versuchen Jesus lächerlich zu machen. Wie soll das gehen in der Ewigkeit, eine Frau mit sieben Männern? Für manchen könnte das ja eher ein Schrecken als ein Vergnügen sein, nun auch noch die Ewigkeit mit seinem vielleicht in der irdischen Welt schon anstrengenden Partner verbringen zu müssen. Wer sich die Ewigkeit als Fortsetzung der irdischen Verhältnisse denkt, hat noch mehr Probleme: Wie werden wir dann aussehen - so alt wie wir geworden sind oder eher jugendlich und frisch? Woran werden wir uns erkennen – etwa an der langen Nase, die jemand hatte? Wie viele Haare werden wir haben, lang oder kurz? Wie wird unser Charakter sein? Und werden wir uns immer noch an den Verschiedenheiten reiben? Auferstehung, neues Leben in Gottes Welt ist nicht einfache Fortschreibung irdischer Verhältnisse. Gott wird eine neue Welt schaffen. Und wenn Gott schon so viel Phantasie und Originalität bei der Erschaffung der irdischen Welt bewiesen hat, wird es ihm nicht schwerfallen, seine neue Welt genauso kreativ und bunt zu gestalten, wie die irdische (vgl. 1.Korinther 15,35-49). Und Gott wird neue Beziehungen zueinander schaffen, die die familiären Verpflichtungen der irdischen Welt nicht einfach fortschreiben. Und das ist gut so.

 

Gebet:

Herr, ich danke dir für die wunderbare Verheißung der neuen Herrlichkeit, die du schaffen wirst. Ich vertraue darauf, dass du sie genau so originell und kreativ gestalten wirst wie diese Welt.

 

Impuls:

1. Schauen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch eines Friedhofes einmal die Sprüche auf den Grabsteinen an. Welche Sprüche enthalten etwas von der Hoffnung auf Auferstehung?

2. Denken Sie über die Grabinschrift von Benjamin Franklin nach (Erfinder des Blitzableiters), 1706 – 1790: „Der Leib des Benjamin Franklin, Drucker, liegt hier. Eine Speise der Würmer, gleich der Decke eines alten Buches, dessen Inhalt aufgerissen ist und beraubt seiner Schrift und Vergoldung. Aber es wird wieder erscheinen in einer neueren und schöneren Auflage, berichtigt und verbessert vom Autor.“

 

Hintergrundinformationen:

v     Sadduzäer: eine Gruppe jüdischer, meist adeliger Gelehrter, die die Auferstehung der Toten leugnete. Mit ihren Beispielen versuchten sie logisch ad absurdum zu führen, dass es eine Auferstehung geben kann.

v     Pharisäer: eine „Laienbewegung“ innerhalb des Judentums, die mit der Auferstehung rechnete. Sie nahmen die Gebote Gottes besonders ernst, weil sie in der Einhaltung der Gebote den Weg zu Gott sahen.

 

Autor dieser Andacht: Konrad Flämig