Andacht zu Jesaja 1,10-17
Die große Abrechnung (Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr), Tag 6


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Lesung:

Jesaja 1,10-17

Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra! Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache!

 

 

 

Thema:

Eine prächtig funktionierende Volkskirche ist nicht alles.

 

Auslegung:

„Hauptsache, der Laden läuft – so mögen die Priester zur Zeit Jesaja gedacht haben. „Wir haben den Tempel von Jerusalem, ein gewaltiges Gotteshaus. Wir haben ein Regelwerk von Jahresfesten und Riten, in das die Menschen eingebunden sind. Es gibt etwas zu sehen: Opfertiere werden geschlachtet, Rauch verbrannten Fettes steigt in den Himmel. Und auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz: Denn Tieropfer heißt in der Regel auch Festmahl.“ Die Leute kommen gern.

Auch heute ist das manchmal so. Wer kirchlich heiratet, freut sich auf den brausenden Orgelklang, auf die schmucke Kirche, auf den feierlichen Einzug und Auszug. Wer eine Wallfahrt unternimmt, freut sich auf das Abenteuer der Reise, auf die Geselligkeit unterwegs und natürlich auch auf die Feierlichkeiten am Wallfahrtsort. Wo es etwas zu sehen und etwas zu tun gibt, kommen die Leute gern. Der Kult läuft.

Jesaja lehnt den Kult nicht ab. Aber er warnt: Lasst euch nicht blenden von einem grellen Kult. Der Kult ist nicht das Wesentliche. Er ist kein Selbstzweck. Sondern entscheidend ist, was hinter dem Kult steckt: Sind es blutverschmierte Hände, die vor dem heiligen Altar eine Kerze anzünden? Ist es ein betrügerischer Mund, der in das Bekenntnis des Glaubens einstimmt? Ist es ein unreines und böses Herz, das sich am Orgelklang ergötzt?

Ein greller, aber geheuchelter Kult widert Gott an. Gott sieht auf das, was hinter dem Grellen ist. Er liebt ehrliche Herzen, aufrichtige Buße, geradliniges Rechtsempfinden, gelebte Menschlichkeit.

 

Gebet:

Gott, prüfe mein Herz! Zeige mir, wo ich nicht ehrlich vor dein Angesicht trete. Zeige und heile meine Zwiespältigkeit. Schenke mir ein reines Herz!

 

Impuls:

Wie aufrichtig ist Ihre fromme Praxis: Ihr Kirchgang, Ihre Moral, Ihr Bibellesen und Beten usw.? Gibt es Punkte oder Verhaltensweisen in Ihrem Leben, die Ihrer Frömmigkeit widersprechen und durch die Sie unglaubwürdig werden?

 

Hintergrundinformationen:

v     Indem Jesaja sein Volk als „ihr Herren von Sodom“ bzw. „von Gomorra“ anredet, macht er auf krasse Weise deutlich, dass in Israel extreme Bosheit herrscht und Gottes Gericht unmittelbar bevorsteht. Der Untergang von Sodom und Gomorra wird in 1. Mose 19 berichtet.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augusti