Andacht zu 1.Johannes 3,7-11
Der Teufel ist los (Invokavit), Tag 6

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Lesung:

1. Johannes 3,7-11

Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren. Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes und welche die Kinder des Teufels sind: Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen,

 

Thema:

Sünde ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

 

Auslegung:

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel – ein ärgerlicher Satz. So schwarz-weiß! Wir lieben es doch ein bisschen schattiert, nach dem Motto “Der liegt mir halt nicht...” oder “Ich habe die Wahrheit ein bisschen geschönt”. Deshalb gleich von “Lüge” oder “Sünde” oder “Teufel” zu reden, wirkt einigermaßen krass.

Und trotzdem: Dieser Satz sitzt wie ein Kaktusstachel mit Widerhaken fest. “... der ist vom Teufel...” Natürlich stimmt er! Wenn wir ganz im Vertrauen zu Gott leben würden, hätten wir weder Lüge noch Neid noch Streit nötig, und wer sonst als der Teufel hat denn ein Interesse daran, uns aus dem Vertrauensverhältnis zu Gott wegzuziehen? (Und wer sonst hätte denn, nebenbei bemerkt, ein Interesse daran, die Sache zu verniedlichen, wenigstens in Worten, als eben der?!)

Der Kronleuchter geht uns aber wohl erst auf, wenn wir anschauen, was Gott es sich hat kosten lassen, uns aus der Sphäre von Neid, Streit und Bosheit 'rauszuhauen: Er hat seinen einzigen Sohn in diese Welt geschickt, nicht um unseren Halbschatten ein bisschen heller zu machen, sondern um uns aus dem letztlich tödlichen Würgegriff der Sünde zu befreien. Es geht um Tod oder Leben, sonst hätte Jesus sich diese Tortur sparen können! Und dass wir die Sache so auf die leichte Schulter nehmen, zeigt nur, dass wir uns wirklich gründlich verführen lassen! Die derzeitige Hauptarbeit des Teufels besteht möglicherweise nicht darin, Böses zu veranstalten, sondern die Gewissen zu vernebeln.

 

Gebet:

Herr, wir brauchen deinen guten Heiligen Geist, dass er uns zeigt, was vor dir wichtig und richtig ist. Schärfe uns den Verstand und das Gewissen, dass wir deinen Willen erkennen und tun. Schenke uns erleuchtete Augen des Herzens, dass wir der Vernebelungstaktik des Teufels widerstehen können.

 

Impuls:

Ich durchforste mein heutiges Fernsehprogramm mit der Frage: Würde Jesus mit Freude mit mir fernsehen? Oder was würde er jetzt stattdessen tun?

 

Hintergrundinformationen:

v     gerecht, wie jener gerecht ist – das erschöpft sich nicht mit genauem Abzählen, Nachmessen, Auswiegen (wie Kinder Gerechtigkeit einfordern, wenn es darum geht, begehrte Süßigkeiten o.ä. „gerecht“ zu teilen); Gerechtigkeit in der Bibel ist „Gemeinschaftsfähigkeit“, zunächst mit Menschen (da gehört dann natürlich die Zähl-Gerechtigkeit wieder dazu) dann auch mit Gott – und das umfasst natürlich viel mehr.

v     Werke des Teufels – naheliegend ist, dabei an Ehebruch, Mord, Lüge etc. zu denken. Aber kam Jesus, um dieses „zu zerstören“? Wir müssen tiefer zupacken: Die Werke des Teufels sind: Menschen von der Liebesbeziehung zu Gott fern halten, sie mit Misstrauen gegen Gott zu impfen, sie aus dem Licht Gottes in Finsternis und Einsamkeit zu stoßen. Dazu sind ihm „grobe“ Sünden grade so recht wie „feine“.

 

 

Autorin dieser Andacht: Elisabeth Küfeldt