Andacht zu Jesaja 62,1-5
Licht strahlt in die Finsternis (Epiphanias), Tag 6


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Lesung:

Jesaja 62,1-5

Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel, dass die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. Man soll dich nicht mehr nennen "Verlassene" und dein Land nicht mehr "Einsame", sondern du sollst heißen "Meine Lust" und dein Land "Liebes Weib"; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Mann. Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

 

Thema:

Gott wirbt um uns wie ein Liebhaber um eine Frau.

 

Auslegung:

Wie viel wir Menschen Gott bedeuten, zeigt unser Text in einem außergewöhnlichen Bild: Gott wirbt um uns wie ein Liebhaber.

Er ist wie ein junger, verliebter Mann, der sich für die Geliebte einen treffenden Namen ausdenkt. Er nennt sie einen kostbaren Reif und eine schöne Krone. Uns Verlassene und Einsame will Gott zu seiner Lust machen und auf uns aufpassen, wie ein Mann auf sein liebes Weib acht gibt.

Ich finde, dass das ein mutiger Vergleich ist, den wir aber nicht missverstehen dürfen. Gott kommt nicht als „Lover“, der mit uns nur eine Zeitlang Freude haben will und dann mit uns Schluss macht. Sondern er kommt als Liebhaber, der zum Bräutigam werden will. Er ist an einer lebenslangen „Lovestory“ mit Konsequenz interessiert.

Wir Menschen knüpfen unsere Beziehungen oft an Bedingungen. Gott ist da ganz anders! Er beleuchtet uns von unserer besten Seite. Er weiß, dass wir uns nur dann ganz entfalten und aufblühen können, wenn wir sicher sind, dass wir mit all unseren Fehlern geliebt sind und nicht verlassen werden.

In unserem Text stellt Gott keinerlei Bedingungen. Gott liebt uns, wie wir sind, und er vertraut darauf, dass seine Liebe uns verändern wird.

 

Gebet:

Lieber Gott, ich danke dir, dass du mich so liebst, wie ich bin, und dass du darauf vertraust, dass ich mich durch deine Liebe verändern werde. Hilf mir, mich dir ganz hinzugeben. Nimm meine Angst verletzt zu werden und schenk mir die Gewissheit, dass du mich durchträgst in allem, was kommen mag.   Amen. 

 

Impuls:

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als sie so richtig verliebt waren?!? Mit welchen Augen haben sie da die Welt gesehen und mit welchen Gefühlen ihren Alltag bewältigt?!?

Gehen Sie neu auf die Suche nach dem himmlischen Liebhaber, nach Jesus. Er will Sie auf Händen tragen, damit Ihr Fuß an keinen Stein stößt (vgl. Psalm 91,12).

 

Hintergrundinformationen:

v     Zion ist der Berg, auf dem der Tempel Gottes in Jerusalem stand.

v     Mit Heiden meint die Bibel alle, die nicht zum Volk Gottes, d.h. zu Israel gehören.

v     Der Vergleich Gottes mit einem Mann, der um sein Volk wie um eine Frau wirbt, findet sich an mehreren Stellen in der Bibel, z.B. in Hosea 2, wo Gottes Treue gegen sein untreues Volk aufgezeigt wird. Das Hohelied ist eine Sammlung hebräischer Liebesgedichte, die auch deshalb in die Bibel aufgenommen wurde, weil diese Gedichte auf Gottes Liebe zu seinem Volk bezogen werden können. Jesus vergleicht das Himmelreich mehrmals mit einer Hochzeitsfeier (z.B. Matthäus 25,1-13). In der Offenbarung des Johannes erscheint der wiederkommende Christus als Bräutigam der Gemeinde (z.B. Offenbarung 19,7; 21,7; 22,17). Die christliche Mystik strebt – in Fortsetzung der biblischen Tradition - nach einer geistlichen Vereinigung der gläubigen Seele mit Gott, ihrem Bräutigam.

 

Autor dieser Andacht: Christa Roth