Andacht zu Matthäus 18,15-20
Frei von Schuld (22. Sonntag nach Trinitatis), Tag 6


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Lesung:

Matthäus 18,15-20

Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

 

Thema:

Christen gehören zusammen. Wenn einer sündigt, darf deshalb niemand so tun, als gehe ihn der andere mit seiner Schuld nichts an.

 

Auslegung:

„Das muss ja jeder selbst wissen!“ – Das ist eine häufig zu hörende Parole unserer Zeit geworden. Der heutige Bibeltext sagt etwas anderes. Menschen, die mit Jesus leben wollen, sind keine Einzelkinder, sondern sind in eine große Familie zusammengestellt. Weil wir zusammengehören, haben wir auch Verantwortung füreinander. Wenn einer aus der Gemeinde schuldig wird, dann darf niemand so tun, als gehe es ihn nichts an. „Sünde will mit dem Menschen allein sein. Sie entzieht ihn der Gemeinschaft.“ (Bonhoeffer) Deshalb fordert Jesus  uns auf, den anderen auf seine Schuld hinzuweisen. Dabei muss unser Motiv klar sein: Es geht weder um Anklage, noch um Sensationsgier, sondern darum, dass ein Mensch zurückfindet zur Gemeinschaft mit Gott. Sünde soll ausgesprochen werden, denn die ausgesprochene und bekannte Sünde verliert ihre Macht. Wir dürfen für den Anderen zur Verfügung stehen – nicht als Ankläger, sonder als Zuhörer. In der Beichte bin ich für den Anderen da, als eine Art Papierkorb, in dem der ganze Müll des Lebens landen kann. Und ich darf ihm, im Namen Jesu die Vergebung der Schuld zusprechen. Diese Praxis, der sog. Ohrenbeichte, d.h. im persönlichen Vier-Augen-Gespräch ist bei uns ein bisschen aus der Mode gekommen, aber sie ist die intensivste Form der Beichte und schafft eine wohltuende Verbindung und Nähe untereinander. „Bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet.“ (Jakobus 5,16)

 

Gebet:

Vater, ich danke dir, dass wir mit allem, was unser Leben verdunkeln will zu dir kommen können. Du nimmst uns immer wieder neu an und vergibst uns. Hilf uns, dass wir aufeinander achten, füreinander da sind und einander unsere Schuld bekennen können. Hilf uns, dass wir den Mut haben, das persönliche Gespräch zu suchen und unseren Stolz und unsere Scham zu überwinden. Hilf uns ein offenes Ohr für den anderen zu haben und alles Gehörte bei dir, Gott, wieder abzugeben.

 

Impuls:

Haben Sie einen Menschen zu dem Sie gehen können, um zu beichten?

Sind Sie ein Mensch, der bereit ist, für andere Verantwortung mitzutragen im helfenden Gespräch?

Denken Sie über die beiden Fragen nach und reden Sie mit Gott darüber.

 

Ergebnis:

Wir sind verantwortlich dafür, dass der Bruder und die Schwester ans Ziel kommen. Wenn wir den anderen ermahnen müssen, dann kommen wir nicht als Richter, sondern als Menschen, die selbst von Gottes Vergebung und Gnade leben.

 

Autor dieser Andacht: Martina Walter