Andacht zu 1.Korinther 7,25-38
Ein Fall für Zwei - die Ehe (20. Sonntag nach Trinitatis), Tag 6


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Lesung:

1.Korinther 7,25-38

Über die Jungfrauen habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung als einer, der durch die Barmherzigkeit des Herrn Vertrauen verdient. So meine ich nun, es sei gut um der kommenden Not willen, es sei gut für den Menschen, ledig zu sein. Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht, von ihr loszukommen; bist du nicht gebunden, so suche keine Frau. Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau heiratet, sündigt sie nicht; doch werden solche in äußere Bedrängnis kommen. Ich aber möchte euch gerne schonen. Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht. Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid. Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens. Und die Frau, die keinen Mann hat, und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, dass sie heilig seien am Leib und auch am Geist; aber die verheiratete Frau sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefalle. Das sage ich zu eurem eigenen Nutzen; nicht um euch einen Strick um den Hals zu werfen, sondern damit es recht zugehe, und ihr stets und ungehindert dem Herrn dienen könnt. Wenn aber jemand meint, er handle unrecht an seiner Jungfrau, wenn sie erwachsen ist, und es kann nicht anders sein, so tue er, was er will; er sündigt nicht, sie sollen heiraten. Wenn einer aber in seinem Herzen fest ist, weil er nicht unter Zwang ist und seinen freien Willen hat, und beschließt in seinem Herzen, seine Jungfrau unberührt zu lassen, so tut er gut daran. Also, wer seine Jungfrau heiratet, der handelt gut; wer sie aber nicht heiratet, der handelt besser.

 

Thema:

„Heiraten ist gut  – nicht heiraten besser“ (Paulus)

 

Auslegung:

Paulus lässt keinen Zweifel an seiner persönlichen Meinung, die geprägt ist von der Naherwartung. Er möchte nicht, dass sich jemand (wenn er die Wahl hat) durch familiäre Verpflichtungen in der zu erwartenden Verfolgungszeit belastet. Es kann sein, dass durch eine Partnerschaft das ungeteilte Interesse an Gott erlischt. So mancher gute Start im Glauben ist schon am „anderen Geschlecht“ gescheitert. Meistens kommt es nicht zu einem großen Bruch, sondern zu einer schleichenden Entfremdung. So nach und nach driftet man durch andere Schwerpunkte aus dem Glauben heraus und findet sich später „draußen“ wieder. Deshalb proklamiert Paulus als Lebensauffassung „haben als hätten wir nicht“. Er möchte, dass wir uns die Konzentration auf Christus auch durch die Familie nicht rauben lassen.

Auf der einen Seite gibt es in unserer Zeit mehr Singlehaushalte als je zuvor. Man braucht die Familie nicht, um sich wirtschaftliche Existenz zu sichern. Andererseits müssen Singles oft um Anerkennung ihres Lebensstiles kämpfen. Sie werden schnell vereinnahmt, weil „ja niemand auf Sie wartet“. Wer allein lebt, muss darauf achten, dass ihn die Arbeit oder/und die Gemeinde nicht auffrisst. Er braucht Beziehungen zu anderen Menschen, und die sollte er aufbauen, pflegen und schützen. Er braucht freie Zeit für sich selbst, um sich weiter zu entwickeln und neue Ideen zu bekommen.

 

Gebet:

Danke, Herr, dass jeder in seinen Lebensumständen Erfüllung finden kann. Lass meine Beziehung zu dir fest und stark sein, damit sie mich unabhängig macht von den Verpflichtungen in anderen Beziehungen. Ich will meine Lebenssituation so annehmen, wie sie sich zur Zeit stellt – in der Familie oder allein. Danke, dass du dabei hilfst.

 

Impuls:

Suchen Sie nach Beispielen, was das Motto „haben als hätten wir nicht“ (V.29) bedeutet: - für das eigene Geld – für die eigene Karriere – für die eigene Familie.

 

Hintergrundinformationen:

v     Ehelosigkeit war unter Juden nur schwer denkbar. Die Größe des Volkes Gottes hing ab vom biologischen Fortbestand. Wenn es viele Kinder gab, wuchs das Volk Gottes. Deshalb ist es schon außergewöhnlich, dass sowohl Jesus als auch Paulus nicht verheiratet waren. Sie begründen es mit ihrer Aufgabe, die sie für alle haben. Unter Christen ist die Größe des Volkes Gottes nicht mehr von biologischen Faktoren abhängig, sondern von der Entscheidung für Jesus.

v     Naherwartung bedeutet: Die Erwartung, dass Jesus in unmittelbarer Zukunft auf die Erde zurückkommt, um Gericht zu halten und das Reich Gottes anbrechen zu lassen.

 

Autor dieser Andacht: Konrad Flämig