Andacht zu Apostelgeschichte 3,1-10

Wunder über Wunder (12. Sonntag nach Trinitatis), Tag 6

Andachten auswählen

 

 

Lesung:

Apostelgeschichte 3, 1-10

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.

 

Thema:

Wir geben die Hand. Jesus gibt die Kraft.

 

Auslegung:

Nachmittags um drei gehen Petrus und Johannes zur Gebetszeit in den Tempel. Zur selben Zeit wird ein Krüppel, der von Geburt an und nun schon 40 Jahre gelähmt ist, zum Tempel gebracht. Für ihn ist es die Gelegenheit von den zur Gebetszeit Eilenden ein Almosen zu erbitten. Am sogenannten 'Schönen Tor' kommt es zur Begegnung mit Petrus und Johannes. Sie lassen sich von dem Lahmen aufhalten, schauen ihn an und geben ihm zwei einschneidende und entscheidende Befehle. 1. Schau uns an. In der Erwartung von ihnen etwas zu bekommen, tut der Lahme, was Petrus ihm sagt. 2. Im Namen Jesu Christi von Nazareth: Geh! Bevor Petrus ihm diesen zweiten Befehl erteilt, erzählt er ihm, dass er ihm etwas weit Besseres als Silber und Gold geben kann. Eindrucksvoll ist, dass Petrus dann nicht zuschaut, wie der Mann aufzustehen versucht, sondern ihn bei der Hand nimmt und ihm aufhilft. Eine Geste voller Barmherzigkeit. Die Kraft kam von Jesus, die mitmenschliche Hand von Petrus. Beides gehört immer zusammen. - Übrigens hatte Petrus das bei Jesus gesehen, wie er die Tochter des Jairus bei der Hand genommen hatte. -  Unmittelbar danach wurden die Füße und Gelenke des Gelähmten stark. Er sprang auf, rannte außer sich vor Freude umher, sprang in die Luft und lobte Gott. Dann ging er mit Petrus und Johannes in den Tempel zur Gebetszeit. - Eindrücklich ist das Verhalten von Petrus und Johannes. Sie behalten, was sie von Jesus empfangen haben, nicht für sich, sondern geben es an Hilflose weiter. Das ist auch die Spur für uns. Wir geben die Hand. Jesus gibt die Kraft.

 

Gebet:

Herr Jesus, gib uns Augen, die die Not des anderen sehen. Gib uns ein Herz, das nach Wegen sucht, die Not des anderen zu lindern. Gib uns Hände, die sich dem anderen entgegenstrecken und ihn aus seiner Not herausziehen.

 

Impuls:

Gott hat uns Hände gegeben, mit denen wir anderen Gutes tun können. Fragen wir uns, was ist längst mal wieder dran, für andere zu tun?

 

Ergebnis:

Jesus sucht Leute, die sich von anderen aufhalten lassen und ihnen ihre Hände zur Hilfe entgegenstrecken.

 

 

 

Autor dieser Andacht: Volker Steinhoff