Andacht zu Jesaja 19,19-25
Ausländer willkommen (3. Sonntag nach Epiphanias), Tag 5


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Lesung:

Jesaja 19,19-25

Zu der Zeit wird für den HERRN ein Altar mitten in Ägyptenland sein und ein Steinmal für den HERRN an seiner Grenze; das wird ein Zeichen und Zeugnis sein für den HERRN Zebaoth in Ägyptenland. Wenn sie zum HERRN schreien vor den Bedrängern, so wird er ihnen einen Retter senden; der wird ihre Sache führen und sie erretten. Denn der HERR wird den Ägyptern bekannt werden, und die Ägypter werden den HERRN erkennen zu der Zeit und werden ihm dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und sie halten. Und der HERR wird die Ägypter schlagen und heilen; und sie werden sich bekehren zum HERRN, und er wird sich erbitten lassen und sie heilen. Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter samt den Assyrern Gott dienen. Zu der Zeit wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!

 

Thema:

Gott im Mittleren Osten und in Nordafrika

 

Auslegung:

Ein riesiges Gebiet, auf das sich die Heilsweissagung des Jesaja bezieht: Ägypten – das war eine Großmacht im Nordosten Afrikas. Assyrien – das war die andere Supermacht von damals, deren Kerngebiet im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris lag, und die in etwa die heute arabischen Länder Iran, Irak, Saudi-Arabien umfasste. Und zwischen den beiden Großmächten – sozusagen als Knautschzone – das kleine Israel.

Soll tatsächlich ausgerechnet Jahwe Zebaoth, der Gott des unbedeutenden Israel, einst im Zentrum des Interesses der Großmächte stehen und sie zu einer gemeinsamen Friedenszeit führen? Wie stellt Jesaja sich das vor?

Heute ist die Lage noch aussichtsloser: Die genannten Länder gehören fast allesamt dem Islam an, einer sehr aggressiven Religion. Der Gott der Bibel, das Evangelium von Christus ist verboten. Christliche Mission gilt als ein Kapitalverbrechen, das mit dem Tod bestraft werden kann. Verführung ist schlimmer als Totschlag, so sagt Mohammed lapidar im Koran. Längst nicht alle, aber doch genügend Moslems nehmen diesen Satz wörtlich.

Ich frage noch einmal: Wie stellt Jesaja sich das vor?

Sein Wort eröffnet völlig neue Perspektiven. Es macht das Undenkbare denkbar: Die moslemischen Kernländer sind für das Evangelium keineswegs Tabu. Gott will auch dorthin. Die Menschen sollen auch dort die befreiende Botschaft von Jesus hören dürfen. Gott segnet diese Völker mit liebevollen, herzlichen Worten: Du, Ägypten, mein Volk! Du, Assur (Irak, Iran, Afghanistan), mein Kunstwerk! Du, Israel, mein Erbe!

 

Gebet:

Herr, wir blicken mit Angst, Widerwillen oder gar Hass nach Arabien und Asien. Die Kulturen und die religiösen Fanatiker dort sind uns unheimlich. Aber du erlaubst uns nicht, diese Völker aus der Welt der „Anständigen“ auszuschließen. Du segnest sie! Du liebst die Menschen dort. Wenn die Spirale der Gewalt sich dreht, dann bewahre meine Seele vor dem Hass. Lass mich segnen, wie du segnest, und lieben, wie du liebst.

 

Impuls:

Wussten Sie, dass...

...es in über 50 Ländern der Welt heute noch Christenverfolgungen gibt?

...dies überwiegend moslemische oder kommunistische Länder sind?

...weltweit jährlich Tausende Christen wegen ihres Glaubens getötet werden?

 

Hintergrundinformationen:

v     Wie konkret sich die Weissagung des Jesaja erfüllen soll oder zum Teil schon erfüllt hat, ist nicht ganz klar. Aus christlicher Sicht sind Schlachtopfer und Speisopfer, auf die Jesaja anspricht, nicht mehr geboten, weil Christus ein für allemal geopfert ist. Sehrwohl können die Anspielungen auf den Opferkult aber symbolisch gedeutet werden als Zeichen der Hingabe und Verehrung gegenüber Jahwe, dem Gott Israels.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin