Andacht zu Kolosser 1,15-20
Jesus an’s Herz drücken (1. Sonntag nach dem Christfest), Tag 5


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Lesung:

Kolosser 1,15-20

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

 

Thema:

Jesus ist durch und durch Gott. Er ist Schöpfer, Erlöser und Auferstandener.

 

Auslegung:

Wie leicht kann ein Mensch zum Gott erhoben werden. Zum Beispiel im kommunistischen Nordkorea. Dort hat sich um den Staatsgründer Kim Il Sung ein eigenartiger Kult entwickelt. Unter feierlicher Musik ziehen Tag für Tag Menschenmassen um das riesige Denkmal und den gläsernen Sarg des Angebeteten. Sie sind zu Tränen gerührt und zerschmelzen schier vor Hingebung. Und das in einem völlig atheistischen Land. Ein junger Mann erzählte einem Reporter „Ich bin kein religiöser Mensch, aber wenn es einen Gott gibt, dann ist er (=Kim Il Sung) es.“

Ist das, was wir von Jesus hören, auch so ein Kult? Ist Jesus nur ein bedeutender Mensch gewesen, den man zum Gott erhoben hat?

Nein, bei Jesus ist alles anders. Unser Text nennt ihn zweimal einen Erstgeborenen: zunächst einen Erstgeborenen vor aller Schöpfung. Jesus war schon da, ehe die Welt geschaffen wurde. Er ist der ewige Sohn Gottes, durch den alles geschaffen ist. Und zweitens: Jesus ist der Erstgeborene von den Toten. Hier sieht man den Unterschied am deutlichsten: Während sich der Kult in Nordkorea um den gläsernen Sarg des Staatsgründers herumrankt, dessen sterbliche Überreste jeder sehen kann, gründet der Glaube an Jesus auf der Tatsache seiner Auferstehung. Es gibt keine sterblichen Überreste Jesu! Jesus ist auferstanden von den Toten und Gott hat ihn zum Herrn des Universums gemacht! Diese Botschaft war in der damaligen Zeit weder religiös noch politisch noch gesellschaftlich salonfähig. 200 Jahre lang bekam sie viel Gegenwind, setzte sich aber dennoch durch. Warum? - Weil sie offensichtlich glaubwürdig war.

Die Freude und Siegesstimmung des heutigen Textes kann und soll uns anstecken: Das Kind in der Krippe, Jesus, der gekreuzigte und auferstandene Herr: Er ist Gott. Er ist Schöpfer. Und er ist der erste, der den Weg in’s Auferstehungsleben gegangen ist – uns voraus.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus, es ist kaum zu fassen, dass du, der ewige Sohn Gottes, der Schöpfer unserer Welt, ein kleines Baby wurdest, das in ärmlichen Verhältnissen zur Welt kam. Öffne mir den Blick für deine Gottheit, dass ich dich anbete, ehre und achte!

 

Impuls:

Schauen Sie den Bibeltext genau an und sprechen Sie gleichzeitig das Glaubensbekenntnis. Machen Sie nach jedem Satz eine Pause und prüfen Sie, ob sich eine ähnliche Aussage auch in unserem Text findet. Wie viele Parallelen finden Sie?

[Lösung: 1. Schöpfer; 2. des Himmels und der Erde; 3. eingeborener Sohn (Erstgeborener vor aller Schöpfung); 4. unsern Herrn (Haupt der Gemeinde); 5. gekreuzigt (Kreuz); 6. gestorben (Erstgeborener von den Toten); 7. auferstanden von den Toten (Erstgeborener von den Toten); 8. sitzt zur Rechten Gottes (in ihm sollte alle Fülle der Gottheit wohnen); 9. christliche Kirche (Haupt der Gemeinde); 10. Vergebung der Sünden (durch ihn alles mit sich versöhnte) 11. Auferstehung der Toten (da Jesus ja Erstgeborener von den Toten ist)]

 

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Unser Abschnitt ist sehr dicht. Es werden verschiedene Kernaussagen über Jesus aneinander gereiht. Auf kürzestem Raum begegnen fast alle zentralen Schlagworte des Glaubens. Deshalb darf man den vorliegenden Text mit gutem Recht als eines der ersten, in der Bibel verankerten Glaubensbekenntnisse betrachten.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin