Andacht zu Apostelgeschichte 21,8 –14

Ist mit dem Tod alles aus? (16. Sonntag nach Trinitatis), Tag 5


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Lesung:

Apostelgeschichte 21,8 –14

Am nächsten Tag zogen wir weiter und kamen nach Cäsarea und gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen und weissagten. Und als wir mehrere Tage dablieben, kam ein Prophet mit Namen Agabus aus Judäa herab. Und als er zu uns kam, nahm er den Gürtel des Paulus und band sich die Füße und Hände und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und überantworten in die Hände der Heiden. Als wir aber das hörten, baten wir und die aus dem Ort, dass er nicht hinauf nach Jerusalem zöge. Paulus aber antwortete: Was macht ihr, dass ihr weint und brecht mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus. Da er sich aber nicht überreden ließ, schwiegen wir und sprachen: Des Herrn Wille geschehe.

 

 

Thema:

Paulus will nach Jerusalem reisen. Obwohl er erfährt, dass er gefangen genommen werden soll, lässt er sich nicht davon abbringen.

 

Auslegung:

Die Beharrlichkeit, mit der Paulus an seiner Reise nach Jerusalem festhält könnte u.a. einen ganz praktischen Grund gehabt haben: Er wollte die Kollekte, die er für die Gemeinde in Jerusalem gesammelt hat, überbringen. Diese Kollekte war ein sichtbares Zeichen für die Einheit der Heidenchristen und Judenchristen. Jedenfalls war Paulus weder lebensmüde noch leichtsinnig. Er war sich gewiss, Gott wollte ihn in Jerusalem haben, deshalb ließ er sich nicht von seinen Reiseplänen abbringen. Vielmehr legt er ein Zeugnis seiner Entschlossenheit ab. Nicht nur gefangen nehmen lassen würde sich Paulus um seines Glaubens willen. Er ist auch bereit, dafür zu sterben. Bis heute leiden Menschen um ihres Glaubens willen. Auch wenn  niemand von uns sich dafür verbürgen kann, in einer ähnlichen Situation genauso zu entscheiden, bleibt auch für uns die Frage, was in unserem Leben mehr Gewicht hat. Die menschliche Vernunft, die der drohenden Gefahr aus dem Weg gehen will, oder der Wille Gottes, der uns ein Zeugnis abverlangen kann, das uns an die Grenze unserer Kraft bringt. Als Christen haben wir die Freiheit, menschlich gesehen unvernünftige Dinge zu tun, wenn sie dem Reich Gottes Vorschub leisten. Packen wir es an!

 

Gebet:

Jesus, meist kann ich mir gar nicht vorstellen, dass du Großes mit mir vor hast. Deshalb verkrieche ich mich oft in mein „Schneckenhaus“. Schnell sind dann gute Gelegenheiten, von dir zu erzählen, ungenutzt verstrichen. Du liebst mich trotz meiner Unentschlossenheit. Das macht mich froh und dankbar. Hilf mir, Deinen Willen zu erkennen und zu tun, ohne vorher die Unwägbarkeiten abzuwägen und mich ängstigen zu lassen. Jeden Tag neu will ich darum ringen, Deinen Willen zu erkennen und ihn dann zu tun.

 

Impuls:

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und schreiben Sie Ihre Erfahrungen auf, die Sie in dem Spannungsfeld zwischen menschlicher Vernunft und dem Ringen um Gottes Willen gemacht haben. Welche konkreten Schlussfolgerungen ergeben sich für Sie daraus im Blick auf ganz konkrete Anliegen bzw. anstehende Entscheidungen in Ihrem Leben?

 

 

Ergebnis:

Jeder einzelne ist herausgefordert, seinen Glauben zu formulieren und ihm in seinem täglichen Leben eine Gestalt zu geben. Das beinhaltet auch Entscheidungen mit unangenehmen Folgen um des Glaubens willen.

 

Hintergrundinformationen:

v     Heidenchristen: Menschen, die ihren heidnischen Gebräuchen den Rücken gekehrt haben und sich zu Christus bekehrt haben.

v     Judenchristen: Menschen, die zum Volk Israel gehörten und sich zu Jesus bekehrt haben.

v     Die Gemeinden im 1.Jh.n.Chr. setzten sich in der Regel aus beiden Gruppen zusammen, was zu Spannungen (insbesondere in der Gestaltung der Lebensführung und des Gemeindelebens) führte. Da die Heidenmission vor allem von Paulus ausging, wurde er von vielen Juden und Judenchristen, die damit nicht einverstanden waren, angegriffen.

 

Autor dieser Andacht: Markus Heiß