Andacht zu Hosea 2,20-25
Herr der Naturgewalten (4.Sonntag nach Epiphanias), Tag 4


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Lesung:

Hosea 2,20-25

Und ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und, will sie sicher wohnen lassen. Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. Zur selben Zeit will ich erhören, spricht der HERR, ich will den Himmel erhören, und der Himmel soll die Erde erhören, und die Erde soll Korn, Wein und Öl erhören, und diese sollen Jesreel erhören. Und ich will ihn mir in das Land einsäen und mich erbarmen über Lo-Ruhama, und ich will sagen zu Lo-Ammi: "Du bist mein Volk", und er wird sagen: "Du bist mein Gott."

 

Thema:

Der Mensch ist Teil des Netzwerkes Natur. Gott steht über allem.

 

Auslegung:

Manche Menschen reden mit ihrer Zimmerpflanze. Sie glauben, das täte ihr gut.

Sind die Dinge der Natur beseelt? Hat der Himmel eine Seele und die Erde, der Wein, das Korn und das Öl? Oder sind es gar Gottheiten, die Macht über uns ausüben?

Unser Text redet so, als könnten die Dinge bitten und erhören: zuerst bitten die ruchlosen Menschen in Jesreel, einer Landschaft Israels, Korn, Wein und Öl zu wachsen. Korn, Wein und Öl bitten die Erde um Fruchtbarkeit. Die Erde bittet den Himmel um Wasser. Der Himmel bittet Gott, regnen zu dürfen. Und dann gibt Gott grünes Licht. Einer erhört die Bitten des Nächsten: Gott erhört den Himmel, der Himmel die Erde, die Erde das Korn, das Korn die Esser und Trinken in Jesreel.

Gott hat uns Menschen als Teil eines großen Ganzen geschaffen. Wir sind in das Netzwerk der Natur eingebunden. Haben wir noch ein Gespür dafür? Der Kreislauf des Wassers, der Kreislauf des Jahres, säen und ernten, das ist unser gottgegebener Lebensraum.

Glasklar bei alledem ist, dass die letzte Instanz hinter allem Erhören Gott selbst ist. Er ist kosmischer Chef. Und das bedeutet: Auch wenn die Natur beseelt sein sollte, darf es keine Anbetung oder Magie mit den Dingen der Natur geben. Gott steht über allem. Ihn allein sollen wir anbeten. Alles in der Welt ist ihm untertan.

 

Gebet:

Herr ich danke dir, dass ich Teil der Natur bin und dass ich in dieser Natur leben darf. Mit allen deinen Geschöpfen lobe ich deinen Namen.

 

Impuls:

Unser Text macht deutlich, dass das Ziel aller Maßnahmen Gottes eine ungetrübte Beziehung des Menschen zu Gott. Machen Sie sich bewusst, wie hoch Gott vom Menschen denkt.

Lernen Sie den Psalmvers auswendig: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ (Psalm 8,4-6)

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Der Prophet Hosea vollzog eine recht kuriose Zeichenhandlung, um den gegenwärtigen Stand der Beziehung Gottes zu seinem Volk Israel zu demonstrieren: Er heiratete eine Hure und gab den gemeinsamen Kindern folgende Namen: Jesreel (Dort war eine grausame Bluttat begangen worden, vgl. 2.Könige 10,1-14), Lo-Ammi (das heißt: Nicht-mein-Volk) und Lo-Ruhama (das heißt: Unbegnadigte). Trotz der Bosheit und Treulosigkeit Israels, die durch diese drei Namen hervorgehoben wird, macht unser Textabschnitt klar: Gott lässt sein Volk Israel nicht fallen, sondern arbeitet auf eine Erneuerung der Beziehung zwischen ihm und dem Volk hin.

v     Dass die Natur beseelt ist, ist nicht erwiesen, aber möglich. Auch der Apostel Paulus scheint für diesen Gedanken offen zu sein, wenn er in Römer 8,18-23 vom Seufzen der Schöpfung und vom ängstlichen Harren der Kreatur schreibt, die der Vergänglichkeit unterworfen ist und nach Erlösung strebt.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin