Andacht zu 2.Könige 5,9-15.19a
Ausländer willkommen (3. Sonntag nach Epiphanias), Tag 4


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Lesung:

2.Könige 5,9-15.19a

So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien. Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, so dass ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, dass kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht. ... Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden!

 

 

Thema:

Taufe und Glaube, ist das zu einfach?

 

Auslegung:

Ausländer sind schon immer die „besseren Juden“ gewesen. Ihnen hat Gott sich zeitweise mehr zugewandt, als den Israeliten, behauptet Jesus, - und bringt damit die Synagogenbesucher von Nazareth zum Kochen (Lukas 4). Als Beispiel aus dem AT nennt Jesus Naaman, den Syrer.

Dabei hätte sich Naaman durch seine Eitelkeit fast alles vermasselt. Der Prophet Elisa hatte den Staatsmann nicht würdig genug empfangen. Und die Behandlung gegen den Aussatz, die Elisa verordnete, verletzte Naamans Ehrgefühl: Eine siebenmalige, gründliche Waschung im Jordan, das ist ja lächerlich! Das ist viel zu einfach! Elisa war für ihn kein richtiger Heiler: Er war ein Kurpfuscher, ein Quacksalber!

Nur der Überredungskunst seiner eigenen Diener hatte Naaman es zu verdanken, dass er die Therapie des Elisa ausprobierte – und dass er geheilt wurde.

Ist uns die Kirche auch manchmal zu einfach? Die Botschaft zu simpel? Das einfache Wasser der Taufe zum Lachen? Wie soll dieses simple Wasser selig machen?

Steht uns unsere eigene Aufgeblasenheit im Wege, so dass wir uns zu fein sind durch einfachen Glauben selig zu werden?

Aber warum es nicht einfach ausprobieren, wie Naaman es tat? Die Schlichtheit der Methoden Gottes hat System: Sie weist auf sein ungeheures Können und auf seine überwältigende Macht hin. Gott braucht eben keine teuren Geräte, er braucht keine studierten Ärzte, er braucht kein High-Tech-Klinikum, um heilen zu können. Und er braucht keine magischen Formeln, um selig zu machen: Schlichtes Wasser und sein schlichtes Wort genügen ihm.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus, ich bitte dich heute für alle aufgeblasenen Menschen, deren Stolz, Eitelkeit, krankes Ehrgefühl oder unbelehrbare Besserwisserei sie daran hindern, es mit dir zu probieren. Herr, du kannst Berge versetzen. Bitte, mache dem Evangelium Bahn im Leben solcher Menschen.

 

Impuls:

Wenn jemand sich zu fein für den Glauben ist, nehmen Sie für ihn die Rolle des Dieners des Naaman ein: Ermuntern Sie ihn, es doch trotzdem zu probieren. Argumentieren Sie: Wenn du 10.000 € für deine Seligkeit zu zahlen hättest, dann würdest du es tun. Wenn du diese aber durch das simple Taufwasser und den Glauben an Christus geschenkt bekommst, warum greifst du dann nicht zu?

 

Hintergrundinformationen:

v     Man kann die politische Brisanz der Lage gar nicht hoch genug einschätzen. Elisa wirkte unmittelbar nach Elia, also im 9. Jh. v. Chr. in Israel als Prophet. Naaman war der Feldhauptmann der Aramäer, die sich im Krieg mit Israel befanden. Elisa wandte sich also dem Hauptaggressor gegen das eigene Heimatland im Name des Gottes Israels heilvoll zu.

 

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin