Andacht zu Matthäus 11,2-6
Der die Steine aus dem Weg räumt (3.Advent), Tag 4

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Lesung:

Matthäus 11,2-6

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.

 

Thema:

Johannes der Täufer beginnt zu zweifeln, ob Jesus wirklich der Retter Gottes ist.

 

Auslegung:

Johannes zweifelte. Nicht gern. Nicht leichtfertig. Er rechnete mit der Hilfe Jesu Tag um Tag. Dann aber wurde die Enttäuschung übermächtig. Warum befreit mich Jesus nicht? Warum besucht er mich nicht wenigstens? Ihm wurde erzählt, wie sich Jesus um Sünder kümmerte. Warum bekennt er sich nicht zu mir?

Ich habe seine Hilfe verdient. Jesus, warum bist du  mir so unbegreiflich fern?

Wir kennen den Zweifel. Wir haben gebetet. Wir haben geglaubt. Wir haben Gutes getan, haben in der Gemeinde mitgearbeitet, haben unseren Nächsten geholfen. Was nützt uns unser Gottvertrauen? Manchmal haben wir gedacht: Jesus, wir begreifen dich nicht.

Johannes fragte Jesus. Auch nach der Antwort Jesu sitzt er im Gefängnis. Er wird ermordet. Die Hilfe, auf die er hoffte, erlebt er nicht. Die Hilfe, die Jesus ihm gab, führt ihn dennoch bis an das Tor des Himmels.

Jesus sagt Johannes und uns, wie Gottes Reich zu uns kommt.

Ä HEILUNGEN sind ein Vorspiel des ewigen Glücks. Im Himmel wird  niemand mehr krank sein. Wo Jesus hinkommt, beginnt die Freiheit von jeder Not. Viele, nicht alle werden geheilt. Johannes soll Himmel anders bezeugen.

Ä EVANGELIUM ist der Mittelpunkt des Himmelreichs. Den Armen wendet sich Jesus zu. Er  zeigt ihnen Gott. Aber er predigt nicht mit Worten allein. Er verkündigt durch seine Treue. Himmel setzt sich nicht gewaltsam durch. Das muss Johannes lernen. Himmel wird erlitten. Durch sein Lebensopfer lebt es Jesus vor.

Ä SELIG nennt Jesus die Menschen, die ihm vertrauen und die ihr Leben mit seinem Schicksal verbinden. Die ihm helfen, wenn er hilft. Die ihm folgen, wenn er verfolgt wird. Die ihm verbunden bleiben, wenn er durch Tod und Auferstehung den Himmel öffnet.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus, mit dir will ich leben.

Herr Jesus Christus, im Vertrauen auf dich will ich sterben.

Herr Jesus Christus, im Leben und im Tod  gehöre ich dir.

 

Impuls:

Wenn Sie zweifeln, lernen Sie von Johannes: Bringen Sie Ihre Fragen zu Jesus.

Wenn Sie zweifeln, lernen Sie von Jesus: Er verdient Ihr Vertrauen, auch wenn Sie ihn nicht verstehen.

 

Ergebnis:

Glaubensstark und wortgewaltig hatte sich Johannes der Täufer für das Kommen des Reiches Gottes eingesetzt. Nun streiten in seinem Herzen Hoffnung und Zweifel. Wie hilft ihm Jesus?

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Zuerst hatte Johannes der Täufer mit seiner Predigt der Umkehr zum Himmelreich großen Erfolg. Viele glaubten und empfingen durch die Taufe Vergebung ihrer Sünden. Auch Jesus kam und ließ sich taufen (Matthäus 3).

v     Johannes sprach das Gewissen der Menschen an. Selbst dem Vierfürsten Herodes hielt er sein Unrecht vor. (Matthäus 4 und 14). Der ließ ihn gefangen nehmen. In der einsamen Bergfeste Machärus, jenseits des Toten Meeres, hörte Johannes von der Verkündigung Jesu und von seinen Heilungen. Sehnsüchtig wartete er. Einen ganzen langen Winter hoffte er auf die Hilfe des Messias, dessen Wirken er vorbereitet hatte. Dann begann er zu zweifeln. In seiner Not sandte er seine Jünger zu Jesus.

 

Autor dieser Andacht: Dekan Georg Güntsch