Andacht zu 1.Korinther 2,11-16
Menschenkind - Gotteskind  (1. Sonntag nach Epiphanias), Tag 4


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Lesung:

1.Korinther 2,11-16

Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn "wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen" ? Wir aber haben Christi Sinn.

 

Thema:

Nur durch Gottes Geist versteht der Mensch geistliche Dinge.

 

Auslegung:

„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...“, so beginnt ein volkstümliches Lied. In der Tat: Was ein Mensch im Schilde führt, das weiß nur er selbst. Den anderen bleibt es verborgen, bis er sie in seinen Plan einweiht.

Nicht anders ist es bei Gott: Was er mit mir und dieser Welt vorhat, kann ich nicht wissen, wenn er es mir nicht selbst zeigt. „Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes“, sagt Paulus. Beispiel: Hätte irgendein Mensch gemerkt, dass derjenige, der vor den Augen des Johannes in den Jordan hinabsteigt, Gottes Sohn ist? Wenn nicht Gottes Stimme vom Himmel erklungen wäre und Johannes der Täufer durch Gottes Geist davon gewusst hätte, wäre Jesus in der Menge untergegangen. Man hätte ihn für einen von Tausenden gehalten.

Auch für andere Dinge, die Gott sieht oder plant, ist der Mensch zunächst blind. Meine natürliche, nach Zufriedenheit und Bestätigung strebende Seele hat für geistliche Dinge, wie Paulus sie nennt, keinen Blick. Manches wird sie sogar für ausgesprochen dumm halten.

Dass ich vor Gott ein Sünder bin, ist eine geistliche Erkenntnis. Viele wehren sich gegen diese Aussage. Sie wittern dahinter einen Trick der Kirche. Erst mache man den Menschen ein schlechtes Gewissen, dann binde man sie an kirchliche Strukturen. Aber damit ist dieses Thema nicht vom Tisch. Die Erkenntnis der Sünde ist ein geistliches Ding. Sie war bereits lange, bevor die Kirche mächtig wurde, eine Grundaussage des Glaubens.

Andere Beispiele für geistliche Dinge: dass Gottes Sohn Mensch wurde, dass sein Kreuzestod Erlösung bringt, dass ich durch den Glauben gerettet werde usw.

Das alles kann ein Mensch nur verstehen durch Gottes Geist.

 

Gebet:

O Jesu Christe, wahres Licht,

erleuchte, die dich kennen nicht,

und bringe sie zu deiner Herd’,

dass ihre Seel’ auch selig wird.

(Evangelisches Gesangbuch Nr. 72)

 

Impuls:

Denken Sie nach über folgende drei Grundsätze, die ein Mensch nur durch Gottes Geist verstehen kann. Es ist traurig, aber verständlich, wenn Menschen für diese Grundaussagen des Glaubens keinen Blick haben. (Das meint der Begriff „verblendet sein“.)

1. Ich bin Sünder.

2. Jesus Christus ist für mich Mensch geworden.

3. Durch den Glauben und die Taufe werde ich gerettet.

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Was Luther mit natürlicher Mensch übersetzt, bedeutet wörtlich „seelischer“ (griech.: psychikos) Mensch.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin