Andacht zu Sirach 50,20-24
Danke (14. Sonntag nach Trinitatis), Tag 4

Andachten auswählen

 

 

Lesung:

Sirach 50,20-24

Und die Sänger lobten ihn mit Psalmen, und das ganze Haus hallte wider von wunderschönen Liedern. Und das Volk betete zum Herrn, dem Höchsten, dem Barmherzigen, bis der Gottesdienst beendet war und sie ihre priesterlichen Pflichten vollbracht hatten. Wenn er nun wieder herabschritt, so hob er seine Hand auf über die ganze Gemeinde Israel und rief über sie den Segen des Herrn aus, und sein Ruhm war es, den Namen des Herrn auszusprechen. Da beteten sie abermals und nahmen den Segen vom Höchsten an. Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns von Mutterleib an lebendig erhält und uns alles Gute tut.

 

Thema:

Gottesdienst als Dankesfest

 

Auslegung:

Oft wird auf den Gottesdienst geschimpft: Er sei langweilig, altmodisch, die Predigten zu lang, die Nachbarn in der Kirchenbank bissig, die Liturgie unverständlich. Vor lauter Kritik vergisst man leicht, was Gottesdienst eigentlich ist: Ein Fest zur Ehre Gottes. Eine Stunde der Begegnung mit Gott. Unser Text erinnert uns wieder daran.

Da wird ein Gottesdienst beschrieben, bei dem die Gemeinde von ganzem Herzen mitgehen kann. Dank, Lob, Begeisterung für Gott beherrschen die Szene. Wichtig ist die Musik. Sie ertönt zur Ehre Gottes. ...das ganze Haus hallte von wunderschönen Liedern. Es trieft von Gotteslob.

Wichtig ist auch der Priester (heute: Pfarrer, Geistlicher ...). Für ihn ist es eine Ehre, den Namen des Herrn auszusprechen. Seine Worte leben aus der Freude am barmherzigen Gott. Über einer ganzen Gemeinde ruft er den Segen Gottes aus.

Wichtig ist vor allem das Kirchenvolk. Es geht mit. Es ist dabei. Es verharrt im Gebet von der ersten Sekunde des Gottesdienstes bis zur letzten.

Gibt es auch für Sie einen Weg, Gottesdienste nicht zu erleiden oder zu kritisieren, sondern einfach zu genießen oder – wie man ja bis heute sagt – zu feiern?

Lassen Sie sich doch einfach von unserem Text anstecken. Schauen Sie einfach einmal nicht zuerst auf die Menschen: wie der Pfarrer, der Chor, der Organist, der Mesner ... seine Sache macht; sondern schauen Sie auf Gott: Wenden Sie ihm ganz das Herz zu und seien Sie ganz bei ihm: „Und das Volk betete zum Herrn...“ Nicht wir – Gott macht den Gottesdienst zu einem Fest.

 

Gebet:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,

der große Dinge tut an uns und allen Enden;

der uns von Mutterleib erhalten fort und fort,

der uns aus aller Not erlöset hier und dort.

 

Impuls:

1. Lassen Sie eine geistliche Musik laufen. Schließen Sie Ihre Augen. Bitten Sie Gott, Ihnen jetzt einige Momente des Gottesdienstes zu schenken. Loben Sie Gott. Beten Sie zu ihm, wenn Sie möchten mit den Worten: . Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns von Mutterleib an lebendig erhält und uns alles Gute tut. Überlegen Sie, wie viel Sie Gott verdanken.

2. Wenn Sie das nächste Mal im Gottesdienst sind, versuchen Sie, sich auf Gott zu konzentrieren und weniger auf die Leistung der Menschen zu schauen.

 

Hintergrundinformationen:

v     Unter dem Thema Verzichten bringt’s (Tag 3) findet sich eine Andacht, die ein ähnliches Thema behandelt.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin