Andacht zu 2.Mose 12,1.3.4.6.7.11-14
Mehr als ein Abendessen (Gründonnerstag), Tag 3


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Lesung:

2.Mose 12,1.3.4.6.7.11-14

Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: ... Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er's mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. ... und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie's essen,

... So sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des HERRN Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der HERR. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

 

Thema:

Seit Jahrtausenden feiern Israeliten das Passafest. Was verbindet, worin unterscheiden sich Passa und Heiliges Abendmahl?

 

Auslegung:

„Wer das Passa nicht hält, dessen Seele merzt sich aus Israel aus“, so sagt ein jüdisches Sprichwort.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“, so sagt Christus. Er ist gegenwärtig im Heiligen Mahl. Wie?

PASSA IST URSPRÜNGLICH EINE NACHT DES GERICHTS. Das Opfer und das Blut bringen den Israeliten die Verschonung. Wir opfern kein Tier. Wir vergießen kein Blut. Wir imitieren die Geschichte nicht. Wir spielen die grausame Nacht nicht nach. Sie eignet sich nicht zum bunten Historienspektakel.

Das Gericht Gottes über die Sünde aller Zeitalter zieht sich zusammen und fällt auf den Einen. Gott versöhnt sich durch Christus mit der Welt. Jesus sagt: „Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung eurer Sünden

PASSA IST URSPRÜNGLICH EIN MAHL DER FAMILIE. Die kleinsten Einheiten des Volks, die Hausgemeinschaften, kommen zusammen. Das Blut des Lammes beschützt das Haus. Das Neue Testament nennt Jesus unser Opferlamm. Wir beten ihn an und singen: „Christe, du Lamm Gott, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich unser.“ Seinen Leib und sein Blut opferte Jesus stellvertretend für uns, seine Familie und für die ganze Welt.

PASSA IST URSPRÜNGLICH EIN NACHTMAHL. Die Dunkelheit ist auch ein Zeichen der langen, dunklen Unterdrückungszeit. In der Dunkelheit wartet Gottes Volk auf das Licht der Befreiung. „Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward...“ So beginnt der Einsetzungsbericht des Heiligen Abendmahls. Nacht war es in Judas, dem Verräter. Die Nacht des Hasses verdunkelte den Feinden Jesu die Sinne. Die Nacht der Angst wird über die Jünger kommen. In der Nacht, in der sich auch Jesus fürchtet vor dem Tod, stiftet er das Mahl der Hoffnung.

PASSA IST URSPRÜNGLICH EIN MAHL VOR DEM AUFBRUCH. Die ungesäuerten Brotfladen sind Zeichen der Eile. Die Gürtel um die Hüften, die Sandalen an den Füssen, der Wanderstab in den Händen weisen auf den Marsch in die Zukunft. Wenn wir das Heilige Mahl feiern erbitten wir Kraft, geistlich aufzustehen und den Weg der Nachfolge zu gehen.

 

Gebet:

Verleihe uns, o Herr, dass die Ohren, die deinen Lobpreis gehört haben, verschlossen seien für die Stimme des Streites und des Unfriedens; dass die Augen, die deine große Liebe gesehen haben, auch deine selige Hoffnung schauen; dass die Zungen, die dein Lob gesungen haben, hinfort die Wahrheit bezeugen; dass die Füße, die in deinen Vorhöfen gestanden haben, hinfort gehen auf den Weg des Lichtes und dass die Leiber, die an deinem lebendigen Leib Anteil gehabt haben, in einem neuen Leben wandeln.

 

Impuls:

Der gleiche Herr, der Israel aus der Sklaverei in Ägypten führte, befreit uns auch von Sünde und Hoffnungslosigkeit.

Sein Name ist „der Gott, der befreit.“ Darum hört und vertraut, wenn beim Heiligen Abendmahl gesagt wird: Geht hin im Frieden.

 

Ergebnis:

„Ihr  und alle eure Nachkommen – den Tag des Passa, den Gedenktag der Verschonung sollt ihr feiern als ein Fest für den Herrn.“ Seit Jahrtausenden feiern Israeliten den Tag. Jesus begeht mit seinen Jüngern das Passafest.

Wir sind seinetwegen auch Nachkommen. Was unterscheidet Passa und Abendmahl?

 

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Jedes Jahr ist es so: Das jüdische Passafest beginnt mit der Frage des ältesten Sohnes: „Was habt ihr da für einen Brauch?“ Er fragt damit nach der Bedeutung des Brotes ohne Sauerteig,  des salzigen Wassers und des Essigs für den Salat aus bitteren Kräutern, nach der Bedeutung für die Becher mit dem roten Wein. Und jede Familie erinnert sich an die Hoffnungslosigkeit der Sklaverei (deswegen die bitteren Kräuter), an die Tränen der Verzweiflung ( deswegen das Salzwasser), an den eiligen Aufbruch (darum kein Sauerteig im Brot, das Brot muss lange halten für die große Wanderung). Die Jüngerschar war Jesu Familie. Mit ihr feiert er das Fest. Mit den Seinen isst er das Lamm und lässt den Weinbecher kreisen. Für sie und für uns verändert er das Mahl mit zwei Sätzen. „Mein Leib – für euch gegeben. Mein Blut – für euch vergossen.“

 

Autor dieser Andacht: Georg Güntsch