Andacht zu Jesaja 42,1-4
Menschenkind - Gotteskind  (1. Sonntag nach Epiphanias), Tag 3


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Lesung:

Jesaja 42,1-4

Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn - und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

 

Thema:

Der Knecht Gottes, an dem Gott Wohlgefallen hat

 

Auslegung:

Wenn dichter Nebel herrscht und eine Person auf mich zukommt, dann erkenne ich zuerst gar nichts, später einen Schatten im Nebel, dann Konturen, Farben, und schließlich immer klarer und kräftiger den ganzen Menschen.

Im Jesajabuch finden sich mehrere Weissagungen von einem bestimmten Menschen, dort immer Knecht Gottes genannt. Der Nebel etlicher Jahrhunderte liegt zwischen dem Propheten und der angekündigten Person. Doch für einige Momente schiebt Gottes Geist den Nebel zur Seite. Jesaja sieht fast ganz klar. Er hört Worte des himmlischen Vaters über Jesus. Sie entsprechen dem, was in der Taufe Jesu geschehen wird. „Meine Seele hat Wohlgefallen an ihm“ sagt Gott durch Jesaja wie auch bei Jesu Taufe. „Ich habe ihm meinen Geist gegeben“ heißt es bei Jesaja. Als Jesus Jahrhunderte später aus dem Jordanwasser auftaucht, kommt tatsächlich Gottes Geist in Gestalt einer Taube auf ihn herab.

Auch das andere, was Jesaja ausspricht, rühmt in trefflichen Worten die Bedeutung Jesu. Tatsächlich wird sich sein Wirken auf die ganze Welt (Heiden – Inseln – Erde) auswirken. Tatsächlich wird er das Recht aufrichten (indem er Sünder gerecht macht). Tatsächlich wird er nicht schreien, d.h. nicht nach Bekanntheit streben oder in die modernen Prunkstädte des Herodes gehen. Tatsächlich wird seine ganze Zuwendung den geknickten Rohren und glimmenden Dochten gelten, die am Rande der Gesellschaft stehen (Maria Magdalena; Sünder; Zöllner; Huren; Aussätzige). Tatsächlich wird er in Treue seinen Weg gehen bis an das Kreuz. Tatsächlich wird er nicht verlöschen, sondern auferstehen von den Toten.

 

Gebet:

Vater im Himmel, du hast deinen Sohn Jesus eingesetzt, um dir zu dienen wie ein Knecht. Ich danke dir, dass er den glimmenden Docht nicht auslöscht, und dass er Recht schafft auf Erden. Lass ihn auch in meinem Leben kräftig wirksam sein.

 

Impuls:

Nehmen Sie einen Strohhalm (oder einen anderen geeigneten Gegenstand) und knicken Sie ihn, bis er fast entzwei ist. Stellen Sie ihn sichtbar auf. Er soll sie heute an das Wort erinnern: „Das geknickte Rohr wird er nicht abbrechen“.

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Inseln sind die Länder, die von Israel aus gesehen am anderen Ende des Mittelmeeres liegen.

v     Die sogenannten Gottesknechtslieder finden sich an folgenden Stellen:
- Jesaja 42,1-4
- Jesaja 49,1-6
- Jesaja 50,4-9
- Jesaja 52,13-53,12
[Lesung 3 Karfreitag]

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin