Andacht zu Jesaja 49,13-16
Jesus an’s Herz drücken (1. Sonntag nach dem Christfest), Tag 3


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Lesung:

Jesaja 49,13-16

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.

 

Thema:

Gottes Liebe zu uns ist ungebrochen, auch wenn er Härte zeigt.

 

Auslegung:

„Meine Mama ist ganz böse! Ich mag sie nicht mehr!“ – denkt das Kleinkind und schmollt. „Ich wollte mir doch nur ein Stückchen Schokolade vom Schrank holen. Deshalb habe ich einen Stuhl auf den Tisch gestellt und einen Hocker auf den Stuhl, bin hochgeklettert. Da kam meine Mama und hat ganz arg mit mir geschimpft!“

Das Kind fühlt sich ungeliebt. Die Mutter hingegen liebt ihr Kind sehr. Sie hat erkannt, in wie große Gefahr es sich begeben hatte. Es war nichts als Liebe und Fürsorge, als sie ihr Kind barsch zurechtwies. Sie hat richtig gehandelt.

Wirklich schlimm wäre es gewesen, wenn die Mutter gleichgültig zugeschaut hätte, wie ihr Sprössling, ohne es zu wissen, für eine Leckerei Gesundheit und Leben riskiert hätte.

Empfinden wir Gott gegenüber manchmal genauso, wie das Kind? Wenn Gott nicht glatt gehen lässt, was wir uns vorgenommen haben, oder wenn er unser Glück durch einen Schicksalsschlag empfindlich stört, denken wir dann nicht: „Der HERR hat mich verlassen, der HERR hat meiner vergessen

Könnte es sein, dass Gottes Liebe zu uns ungebrochen ist, auch wenn er Härte zeigt? Könnte es sein, dass er uns durch ein Unheil vor einem anderen, viel größeren Unheil bewahren möchte?

Gott beteuert seinem gebeutelten Volk mit zwei Bildern, wie herzlich verbunden er sich ihm weiß. Erstens: Was eine Frau für ihr eigenes Kind empfindet, das einmal in ihrem Leib gewesen ist, dasselbe empfindet Gott für uns. Zweitens: Wie ein Verliebter das Bild seiner Freundin in seine Hände malt, weil er verrückt nach ihr ist, so kann Gott gar nicht anders, als in Liebe an uns denken.

 

Gebet:

Vater im Himmel,

manchmal verstehe ich die Wege nicht, die du mit mir und dieser Welt gehst.

Ich verstehe nicht, warum Kinder misshandelt und gequält werden.

Ich verstehe nicht, warum schwere Krankheiten Menschen befallen müssen.

Ich verstehe nicht, warum das unsägliche Leid der vielen Kriege sein muss.

Ich verstehe nicht, warum Menschen verhungern müssen.

Gib mir die Kraft, trotzdem an deine Güte zu glauben.

Lass mich darauf vertrauen, dass dein Weg durch das Leid hindurch zum Heil führt.

 

Impuls:

Denken Sie an eine Person, die Sie ganz besonders lieben. Malen Sie mit einem bunten Stift etwas (ein Symbol, Bild oder Wort) in Ihre Handfläche, und lassen Sie sich dadurch heute immer wieder an die Person erinnern.

Denken Sie über das Wort nach: „Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet!“

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Das hebräische Wort für Erbarmen (rechem) heißt wörtlich Eingeweide, Leib, Mutterleib. Die innige Beziehung einer Mutter zu dem Kind in ihrem Leib und das Wort „rechem“ sind daher sinnverwandt. Auch im Deutschen gibt es die Redeweise „ein Gefühl im Bauch haben“.

v     Zion wird hier stellvertretend für die ganze Stadt Jerusalem gebraucht, weshalb von Mauern die Rede ist.

v     Es kann sein, dass dieser Text jemandem besonders nahe geht, der/die für eine Abtreibung verantwortlich gewesen ist oder eine solche hinter sich hat. Die Verbundenheit einer Frau mit dem Kind ihres Leibes wird im Falle einer ungewollten Schwangerschaft nicht selten verdrängt oder verharmlost. Nach der Abtreibung kommt es aber oft vor, dass sich die Frau ihres Kindes beraubt oder schuldig fühlt, weil sie spürt wie widernatürlich das war, was an ihr unwiderruflich geschehen ist. Häufig kommt es sogar zu einer Traumatisierung (behandlungsbedürftige seelische Verletzung) betroffener Frauen. Hilfreich ist hier das vertrauliche Gespräch (Freundin/Beratungsstelle/Seelsorgerin) und die Beichte (aufrichtige Bitte um Gottes Vergebung, eventuell in Gegenwart eines Seelsorgers/-in).

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin