Andacht zu Klagelieder 3,22-26
Ist mit dem Tod alles aus? (16. Sonntag nach Trinitatis), Tag 3


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Lesung:

Klagelieder 3,22-26

Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.

Denn der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.

 

Thema:

Trotz äußerer Not gewinnt Jeremia neue Zuversicht für sein Leben

 

Auslegung:

Diesem Lobpreis der Güte und Barmherzigkeit Gottes voran geht die Klage Jeremias, der sich von Gott verlassen fühlt. In plastischen Bildern beschreibt er das Leid, das ihn quält. Und während er sein Leid hinausschreit, legt sich der Kern seiner Seele wieder frei. Er hört auf das, was seine Seele ihm mitteilt: Gott hat dich nicht vergessen, Gott weiß um deine Not, deine Trauer, deine Angst und deine Zweifel. Diese Zusage nimmt er sich zu Herzen. Wie Schuppen fällt es ihm von den Augen: Allein dass ich noch lebe, ist ein Geschenk Gottes. Allein, dass der Tod noch keine Macht über mich gewinnen konnte, ist ein Zeichen der Fürsorge, der Güte und Barmherzigkeit Gottes.

Unser Leben ist selten so direkt in seiner Existenz bedroht, wie das des Jeremia. Und doch finden wir immer wieder Gründe, uns zu beklagen. Jeremia richtet seine Klage an Gott und erlebt, wie die Angst und Ungewissheit neuem Gottvertrauen weicht. An der äußeren Situation hat sich noch gar nichts geändert. Dennoch stimmt Jeremia ein Loblied an, weil er eine neue Sicht gewonnen hat: Er weiß, Gottes Güte und Treue kennt keine Grenzen. Sie ist jeden Morgen neu, sosehr wir Menschen uns auch von ihm entfernen, Gott lässt uns nicht fallen. Seine Liebe ist unerschöpflich. Dieses Vertrauen gewinnt, wer von sich und seinen Nöten weg sieht zu Gott hin und von ihm Hilfe und Schutz erwartet.

 

Gebet:

Vater, oft drehe ich mich um mich selber. Ich denke: Niemand geht es so schlecht wie mir! Das macht mich blind für das Gute, das du mir jeden Tag tust.

Ich will lernen, dankbar zu werden für die kleinen und großen Freuden meines Alltags und nicht mehr auf das starren, was mir versagt bleibt.

Erfülle mein Herz mit dem Vertrauen in deine Fürsorge und mit der Zuversicht, dass dein Wort auch für mich gilt.

 

 

Impuls:

Machen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten. Links schreiben Sie alles auf, worüber Sie sich freuen können, rechts alles, was Ihnen fehlt oder was Sie traurig macht.

Anschließend reden Sie mit Gott und sagen ihm das eine wie das andere. Nehmen Sie sich einige Tage später Zeit und schreiben Sie sich auf, was Sie erlebt haben.

 

Ergebnis:

So trostlos, leer und sorgenvoll unser Leben auch sein mag, die Güte Gottes können wir jeden Tag entdecken, wir müssen nur die Augen und unser Herz öffnen.

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Die Güte Gottes wird am deutlichsten an seiner Freundlichkeit gegenüber den Bedürftigen und in der Treue zu seinen Versprechen, die er gegeben hat.

 

Autor dieser Andacht: Markus Heiß