Andacht zu 2.Korinther 5,19-21
Mehr als eine Hinrichtung (Karfreitag), Tag 2


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Lesung:

2.Korinther 5,19-21

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

 

 

 

Thema:

Wo ist Gott? Was tut Gott? Was sollen wir nun tun? Paulus lehrt uns hier den Kern des christlichen Glaubens.

 

Auslegung:

WO IST GOTT?

Religionen interessieren wieder. Menschen vermuten Engel um sich. Aus dem Unsichtbaren erhoffen sie Energien. Lass dich von deiner Sehnsucht treiben, wenn du deinen Gott suchst. So raten viele Angebote. –Paulus lehnt religiöse Gottesvorstellungen ab. Anstößig einseitig schreibt er: „Gott war in Christus.“

Wir lernen Gott kennen in dem einmaligen Menschen, im Gottessohn Jesus Christus. Er war nicht ein Kind wie viele Kinder. Einige erkannten im Kind Gott. „Meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“ So sang Simeon. Er war nicht ein Lehrer und Wundertäter wie viele andere. „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ So bekannte Petrus. Er war kein Verbrecher, obwohl er am Kreuz hingerichtet wurde. Wir finden Gott in Christus. Sonst nicht.

 

WAS TUT GOTT?

„Er selbst versöhnt – durch Christus – die Welt mit sich.“ Müssen wir das nicht selber tun? Die Anständigen wissen, dass es auf unseren ersten Schritt, auf unser erstes Wort ankommt, wenn wir mit Gott und den Menschen im Frieden leben wollen. Dagegen sagt Paulus: „Gott selbst versöhnt.“ Gott denkt nicht aus weiter Ferne mitleidig an uns. Er kommt durch Christus in unsere Angst, in unsere Schuld. Christus überbrückt die Kluften. Versöhnung heißt „Austausch, Rollentausch“. Wechsel vom Unheil ins Glück. Er tauscht mit uns: Er nimmt unsere Sünde, er gibt uns das Heil. Das Entscheidende tut er. Bevor wir etwas tun können.

„Gott selbst versöhnt die Welt.“ Die meisten wissen es nicht. Viele wollen das nicht. Doch seit Christus starb, hat sich die Welt verändert. Enttäuschte, Verbitterte, Schuldige sind befreit.

 

WAS SOLLEN WIR TUN?

„Lasst euch versöhnen mit Gott.“ Die Versöhnung ist  geschehen. Wir sind geliebt und angenommen. Wir sind  fähig. Die Last der Ungerechtigkeit hat Gott auf sich genommen. Der Apostel bittet: Erkennt an, was Gott für euch tat. Atmet auf. Seid  dankbar. Nehmt wahr und bezeugt. Vertraut auf Christus. Durch ihn habt ihr mit Gott Frieden. Mit ihm werdet ihr Friedensmenschen.

 

Gebet:

(Das Friedensgebet von Coventry unserem Bibelabschnitt angepasst)

Du, Gott, hast uns versöhnt und befreist uns vom Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse.

Du, Gott, hast uns versöhnt und befreist uns vom habsüchtigen Streben, zu besitzen, was uns nicht gehört. Du befreist uns vom Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen.

Du, Gott, hast uns versöhnt und befreist uns von der Sucht nach Rausch, der Leib und Leben zugrunde richtet. Du befreist uns vom Hochmut, der uns verleitet uns selber zu vertrauen und nicht dir.

 

Impuls:

Schauen Sie die Welt mit den Augen der Versöhnung Gottes an: die gutwilligen, misstrauischen, uneinsichtigen Menschen. Gott selbst hat die Welt versöhnt.

Schauen Sie die Gemeinde  mit den Augen der Versöhnung Gottes an: die begeisterten, müden, aufmerksamen Christen, die hungrig sind danach, beachtet und anerkannt zu sein. Gott hat die Welt  mit sich selbst versöhnt. Das Beste an uns ist, was Gott für uns getan hat.

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Die beiden Korintherbriefe sind hoch aktuell. Paulus schreibt von beglückender Gemeinschaft und von faszinierenden Geistesgaben. Genau so aber von Enttäuschungen mit Hochmut, Eigensinn und Sektiererei.
Im zweiten Brief ist seine Stimmung ganz unten. „Wir waren am Leben verzagt. Wir meinten, wir müssten sterben.“ (1, 8.9)  „Wir sind von allen Seiten bedrängt.. uns ist bange.. wir leiden Verfolgung.. wir werden unterdrückt...Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leib...“ (4, 8 ff). Paulus verkündigt gegen seine Verzweiflung, gegen seine Resignation, gegen seine Traurigkeit. Er schreibt uns, auf was wir uns verlassen können, wenn wir uns selber ganz und gar verlassen vorkommen.

 

Autor dieser Andacht: Georg Güntsch