Andacht zu 1. Johannes 1,1-4
Jesus an’s Herz drücken (1. Sonntag nach dem Christfest), Tag 2


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Lesung:

1.Johannes 1,1-4

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.

 

Thema:

Augenzeugenberichte von Jesus?

 

Auslegung:

Eine junge Muslimin sagt in einem Interview über die Bibel: „Das haben die einen den anderen erzählt, und irgendwann später ist es aufgeschrieben worden. Und das soll ich glauben?“ Sie lächelt fragend. Ähnliche Zweifel hegen viele Theologen an der Zuverlässigkeit biblischer Aussagen über Jesus.

Der Schreiber des ersten Johannesbriefes sieht das offensichtlich ganz anders. Er hebt hervor, wie nah der menschgewordene Gottessohn ihm und anderen gewesen ist: Wir verkündigen euch, was wir mit eigenen Ohren gehört haben, was wir mit eigenen Augen gesehen haben und was wir mit eigenen Händen betastet haben. Für uns heute heißt das: Vieles, was wir von Jesus wissen, ist durch Augenzeugenberichte beglaubigt. Der Jünger Johannes hatte Jesus während seiner ganzen Wirksamkeit begleitet. Er gehörte zu den drei Personen, die sogar auf dem Berg der Verklärung und beim Gebetskampf Jesu im Garten Gethsemane dabei gewesen waren. Wenn ich mir vorstelle, dass die Zeilen des ersten Johannesbriefes (heutiger Abschnitt) eben dieser Johannes im hohen Alter niederschrieb, und dass auch das Johannesevangelium von ihm stammt, dann bekomme ich eine Gänsehaut.

Ich persönlich bin überzeugt: Wenn ich meine Bibel aufschlage, dann kann ich teilweise Berichte aus erster Hand nachlesen, und nicht nur Legenden vom Hörensagen! Die Geschichten über Jesus bekommen für mich dadurch ein ganz neues Gewicht. Ich fühle mich den Ereignissen viel näher, fast, als wäre ich dabei, könnte Jesus sehen, hören und fühlen!

 

Gebet:

Herr Jesus,

wie nahe bist du doch uns Menschen gekommen: zum Anfassen nahe.

Deine Jünger haben dich gesehen, dich gehört und dich berührt.

Komme auch mir nahe, wenn ich in einem der Evangelien von dir lese.

Öffne meinen Blick für deine Größe,

öffne meine Ohren für dein Wort,

öffne mein Herz für deine Liebe.

 

Impuls:

Wenn Sie sich mit der Frage nach der Echtheit der Evangelien genauer befassen wollen, dann empfehle ich:

1. Ein knapp 700-seitiges, sehr wissenschaftlich recherchierendes, aber gut lesbares Buch: Josh McDowell/Bill Wilson: Jesus von Nazareth. Tatsachen und Argumente für die Wahrheit der Evangelien, Neuhausen/Stuttgart 1995

2. Eine von mir gestaltete CD-ROM, die auf spielerische Weise über Jesus informiert: Robert Augustin: Geheimcode Fisch. Jesus auf der Spur, Kassel 2000

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Über die Entstehung der vier Evangelien, die uns von der Wirksamkeit Jesu berichten, hat der Kirchenvater Irenäus um 180 nach Christus gründlich recherchiert. Sein Ergebnis: Zwei Evangelien sind aus erster Hand, also von Augenzeugen aufgeschrieben, nämlich das Evangelium des Matthäus und des Johannes. Das Markusevangelium stammt aus der Feder eines Petrusschülers, also aus zweiter Hand, das Lukasevangelium von einem Mitarbeiter des Paulus, d.h. ebenfalls aus zweiter Hand. Da Irenäus – anders als spätere Wissenschaftler – sich noch auf Beweismaterial und Dokumente beziehen konnte, die inzwischen verschollen sind, halte ich es für sinnvoll, ihn als erstklassigen Zeugen zu betrachten.
Hingegen hat der knapp 1400 Jahre alte Zweifel der Muslime und der erst vor etwa 300 Jahren aufgekommene Zweifel christlicher Forscher an der Zuverlässigkeit der Evangelien für mich den Rang einer zwar ernst zu nehmenden, nicht aber erwiesenen Vermutung.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin