Andacht zu 1.Johannes 4, 7-12

Jeder kann helfen (13. Sonntag nach Trinitatis) Tag 2

 

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Lesung:

1.Johannes 4, 7-12

Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

 

Thema:

Die Liebe Gottes zu uns befähigt uns, andere zu lieben.

 

Auslegung:

Der Pfarrer predigt von der Liebe Gottes. Ein Konfirmand sitzt in der Kirche und kann nicht so recht folgen. Für ihn ist das Theorie, wie auch für manchen Erwachsenen. Was ist Liebe Gottes und woran erkennen wir sie?

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns: dass Gott seinen einzigen Sohn für die Menschen hingab. Das ist begreifbar. Wir hören die Peitschen knallen, die Jesu Rücken aufreißen. Wir hören, wie die Nägel durch seine Hände getrieben werden. Wir sehen den fast nackten Jesus am Kreuz ausdörren. Aus Liebe zu uns opferte Gott seinen einzigen Sohn. Wir waren ewig Verlorene. Doch durch seine Wunden und durch seinen Tod sind wir ewig Gerettete geworden. Erst wenn wir das begreifen, ahnen wir etwas von Gottes Liebe.

Und wir ahnen dann auch, was Jesus mit Nächstenliebe meint. Hingabe für andere. Den Mitmenschen bedingungslos annehmen, vor allem auch den, der uns nicht liegt. So wie Gottes Liebe muss auch unsere Liebe praktisch werden. Liebe ist immer das, was Leben fördert. Dass kann manchmal eine Ermahnung, das Verwehren einer Bitte oder auch eine Hilfestellung oder Umarmung sein. Wie sieht das bei Ihnen aus? Fördern Sie mit Ihrem Verhalten das Leben anderer? Lieben Sie, wie Christus Sie liebt?

“Ich bin der Schlechteste im ganzen Verein aber total beliebt”, sagte ein Junge zu seinem Vater, als er vom Fußballplatz kam. Mit dieser Haltung strahlte er Lebensfreude für andere aus. Liebe ist das Allerwichtigste!

 

Gebet:

Ich danke dir Herr, dass ich angefangen habe zu begreifen, dass ich von dir geliebt bin. Ich möchte dies immer mehr erkennen und erleben. Herr, ich bitte dich, dass du mich fähig machst, meiner Umgebung mehr Liebe zu zeigen.

 

Impuls:

Die Liebe kann viele Formen annehmen. Bitte überlegen Sie, mit welchen Menschen Sie heute zusammenkommen werden. Wie können Sie diesen Menschen gegenüber Ihre Liebe überzeugend zum Ausdruck bringen? Auf welche Weise hat ein anderer Ihnen das letzte Mal gezeigt, dass er/sie Sie liebt?

 

Hintergrundinformationen:

v     Unserem Bibelabschnitt entspricht das sogenannte Doppelgebot der Liebe (Gottesliebe und Nächstenliebe), das wir in Markus 12,28-34 (vgl. Israel – Volk des Segens, Tag 3) nachlesen können.

 

Autor dieser Andacht: Rolf Trauernicht