Andacht zu Matthäus 8,5-13
Ausländer willkommen (3. Sonntag nach Epiphanias), Tag 1


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Lesung:

Matthäus 8,5-13

Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.

 

Thema:

Ein Römer als Glaubensvorbild

 

Auslegung:

Peinlich, wenn der Vater den eigenen Kindern sagen muss: Nehmt euch ein Beispiel an den Nachbarskindern! Die sind ja so wohlerzogen!

Ebenso peinlich, ja ärgerlich, muss es für die Israeliten gewesen sein, als Jesus sinngemäß sagte: Was für einen Glauben dieser römische Hauptmann hat! So etwas gibt es in Israel nicht.

Das war wie ein Schlag ins Gesicht für die Juden, die stolz darauf waren, Gottes Volk zu sein. Römer galten für sie als Heiden, als Unreine. Kann es sein, dass ein heidnischer Hauptmann im Wetteifer um die wahre Gottesfurcht der ersten Platz erringt? - Jesus sagt ja.

Israel hat kein Monopol auf Gott. Gott ist kein Rassist. Er hat Israel auserwählt. Es ist sein Volk. Das heißt aber noch lange nicht, dass Gott sich von der Völkerwelt abschottet. Ganz im Gegenteil: Israel dient Gott als Ausgangsbasis, um sich in Jesus Christus heilvoll allen Völkern zuzuwenden. Jesus ist nicht nur der Messias Israels, sondern er ist noch viel mehr: Er ist das Licht der Heidenvölker.

Darauf weist Jesus klar hin. Aus allen Himmelsrichtungen werden Menschen zu Gott kommen. Aus allen Nationen werden sie zum Glauben finden und im Reich Gottes Gemeinschaft haben: Abraham, Isaak, Jakob, Israeliten, Römer, Griechen, Germanen, Indianer, Eskimos: alle. Denken wir daran, dass unsere Vorfahren noch ahnungslos durch die Wälder Germaniens streiften, als Jesus dem Hauptmann begegnete? Wir verdanken es iro-schottischen Mönchen, dass Jesus, das Licht der Heiden, auch bei uns bekannt wurde. Gott will alle Völker erreichen. Ihm sind Ausländer willkommen.

 

Gebet:

Herr Jesus, danke, dass dein Geist Menschen aus Irland und Schottland bewegt hat. Danke, dass deine Liebe sie getrieben hat, das Evangelium zu uns zu bringen! Danke, dass du auch heute Menschen bewegst, um als Missionare in nichtchristlichen Ländern zu arbeiten. Segne ihre Arbeit. Bewahre sie vor Verfolgung, vor allem in den moslemischen Gebieten. Gib, dass dein Evangelium seinen Lauf nehme und die Völker der Welt glücklich mache!

 

Impuls:

Denken Sie nach über den Spruch: „Alle sind Ausländer, fast überall

 

Hintergrundinformationen:

v     Unter dem Thema Wunder über Wunder, Tag 4 findet sich eine andere Version unseres Textes (Johannes 4,46-54) mit dem Schwerpunkt Heilung.

v     Die iro-schottischen Mönche z.B. Kolumban, Fridolin, Kilian hatten Franken im 7.Jh. missioniert, während Bonifatius, ein angelsächsischer Missionar, im 8.Jh. der fränkischen Kirche eine hierarchische Organisation gab.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin