Andacht zu Johannes 11,1.3.17–27.43-44a

Ist mit dem Tod alles aus? (16. Sonntag nach Trinitatis), Tag 1


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Lesung:

Johannes 11,1-3.17–27.43-44a

Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.

Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders. Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.

 

Thema:

Jesus ist die Auferstehung und das Leben

 

Auslegung:

Wo der Tod ins Leben tritt, löst er Schmerz und Trauer aus. Das war damals nicht anders als heute. Maria und Martha trauern um ihren Bruder und mit ihnen viele Juden aus der Nachbarschaft. Als Martha hört, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen.

Sie ist überzeugt, Lazarus wäre noch am Leben, wäre Jesus früher gekommen. Doch in diesen Worten klingt kein Vorwurf, kein Zorn und keine Wut mit. Spätestens im nächsten Satz wird das Vertrauen deutlich, das Martha zu Jesus hat. Sie traut ihm alles zu, auch die Auferweckung ihres Bruders. Es ist nicht verwerflich, wenn unser Vertrauen nicht so stark wie das der Martha ist. Um so wichtiger ist, dass wir Jesus ansehen und ihn wahrnehmen als den Herrn über Leben und Tod. Jesus ist nichts unmöglich. Die Auferweckung des Lazarus ist ein Zeichen, ein Hinweis auf seine Macht.

Der Tod gehört zu unserem Menschsein dazu. Er ist die Grenze, an die jeder von uns früher oder später stoßen wird. Deshalb gilt es innerhalb unseres begrenzten biologischen Lebens das wahre Leben zu finden, das über diesen Tod hinaus Bestand hat. Martha hat dieses Leben in Jesus gefunden, denn er sagt von sich: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

 

Gebet   

Jesus, meist schiebe ich den Gedanken an meinen eigenen Tod weit weg. Ich will mein Leben genießen, mich freuen, feiern und das Schöne wahrnehmen.

Der Gedanke an die Begrenztheit meines Lebens macht mir Angst. Wie Martha will ich dir entgegengehen, auf dich schauen  und mich darauf verlassen, dass du die Grenze des Todes durchbrochen hast. Bewahre in mir die Zuversicht, mit dir zu leben, auch wenn ich sterbe.

 

Impuls:

1. Einen Tag lang will ich auf Spuren des Todes achten, wo immer sie mir begegnen. Ich will bewusst wahrnehmen, was  sie in mir auslösen und mir immer wieder die Verheißung Jesu bewusst machen, der von sich sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.

2. Schreiben Sie den Vers „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.“ auf eine Karte und hängen Sie sie sichtbar an eine Stelle, wo sie Ihnen immer wieder ins Auge fällt und Sie daran erinnert, dass Sie in Gottes Nähe geborgen sind.

 

Ergebnis:

Der Tod kann uns überall ereilen – unerwartet und unerhofft. Wer an Jesus glaubt, kennt den, der dem Tod den Schrecken genommen hat und wird mit ihm leben in Ewigkeit, auch wenn er stirbt.

 

Hintergrundinformationen:

v     Ewiges Leben: Die Bibel kennt ein Leben, das über das biologische Leben hinaus geht. Und die griechische Sprache, in der das Neue Testament geschrieben ist, kennt zweierlei Begriffe dafür. Wo vom biologischen Leben des Menschen gesprochen wird, verwendet es den Begriff „bios“. Wo dagegen vom „ewigen Leben“ die Rede ist, verwendet es den Begriff „zoä“. Wir tun gut daran, dieses als Hinweis zu verstehen: Es gilt in unserem zeitlich begrenzten biologischen Leben das wahre, wirkliche, unvergängliche Leben zu ergreifen. Dieses ewige Leben hat uns Jesus Christus erworben.

v     Auferstehung/Auferweckung: Die Auferstehung beschreibt die Rückkehr eines Verstorbenen in das Leben. Die Auferweckung beschreibt den gleichen Vorgang, weist jedoch stärker auf Gott hin, der die Auferweckung bewirkt. Im Unterschied zu Lazarus ist Jesus nicht in das irdische Leben zurückgekehrt, sondern ist durchgebrochen zu einem neuen Leben. Er konnte durch Türen gehen und war nicht an Raum und Zeit gebunden. Der Engel hat den Stein an seinem Grab nicht weggerollt, um ihn herauszulassen, sondern damit die Frauen sehen, dass das Grab leer ist.

 

Autor dieser Andacht: Markus Heiß